Aus einem Guss

Käthe Kollwitz Museum Köln

Analog ist langsam, still und etwas aus der Mode?
Mag schon sein.
Aber deswegen oft genau richtig.

Als Käthe Kollwitz 1945 starb, hinterließ sie unzählige Radierungen, Holzschnitte, Lithografien, Zeichnungen, Skulpturen. Ihren Namen tragen Schulen, Straßen, Plätze. Sogar ein Kollwitz-Asteroid saust durchs All. Kaum zu glauben, dass es lange Zeit keine Übersicht zu Kollwitz’ plastischen Arbeiten gab, keine Werkschau darüber, wie sie heißen, was sie zeigen, wo sie zu finden sind. Ein Katalog zum plastischen Werk dieser bedeutenden deutschen Künstlerin? Fehlanzeige.

2016 veröffentlichte das Käthe Kollwitz Museum Köln nach langen Recherchen das erste Verzeichnis von Kollwitz-Plastiken und versammelte ihr erhaltenes plastisches Werk erstmals unter einem Dach. Wir entwickelten dazu ein Raumkonzept für mehr als 140 Skulpturen, Zeichnungen und Grafiken, erklärt und kommentiert. Die Plastiken zeigten wir ästhetisch erlebbar, ohne Hilfsmittel oder andere Elemente, die ihre Integrität gefährdeten. Dennoch entlockten wir den Skulpturen die Geheimnisse ihrer Herstellung.

Dezente Farbtöne markierten den Ausstellungsbereich, einige Vitrinen gestatteten auf Knopfdruck einen Lichtblick ins Innere der Bronzegüsse. Trennwände und Podeste mit Skulpturen schafften Blickfänge, klug gesetztes Licht strukturierte Oberflächen neu. Didaktik fürs Publikum. Zurückhaltend, aber wirkungsvoll. Und dazwischen: kein flimmernder Bildschirm, kein Hinweis auf eine Handy-App, kein interaktives Touchpad. Weil analog zeitlos ist. Und manchmal einfach reicht.

Mehr zum Projekt erfahren >